Restaurierungsprojekte

Dank der freundlichen Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen können zwei Porträts des Hofmalers J. Spilberg d. J., der am Düsseldorfer Hof über drei Generationen lang den kurpfälzischen Herrschern diente, restauriert werden.

Sie gehören mit 5 weiteren ganzfigurigen Herrscherbildnissen v. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, seiner Gemahlin und ihren Nachkommen zu den ältesten Düsseldorfer Kunstschätzen kurfürstlicher Provenienz. Sie entstanden um 1680 im Auftrag des dargestellten Pfalzgrafen Philipp Wilhelm von der Pfalz-Neuburg, genannt Jan Wellem. Das zweite Werk zeigt seinen Bruder, Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

Seit über 50 Jahren schmücken die großformatigen Bildnisse der pfälzischen Herrscher die Galerie des historischen Rathauses der Stadt Düsseldorf. Damals waren sie als Teil einer Ahnengalerie Ausdruck höfischer Prachtentfaltung und territorialer Ansprüche. Heute verweisen sie als repräsentative Ausstattungsstücke im Zentrum des politischen Geschehens auf die Tradition und Geschichte des Landes und besonders der Stadt Düsseldorf. In ihrer Stellvertreterfunktion erinnern sie an die fürstlichen Landesväter und an die Geschichte Düsseldorfs als ehemalige Residenzstadt . Allein ihre Erinnerungs-Funktion und geschichtliche Dimension machen die hohe Bedeutung der zu restaurierenden Objekte weit über die Stadtgrenzen hinaus aus.

Bildnis des Erbprinzen Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1658-1716), gen. Jan Wellem, 229 x 165 cm, Öl auf Leinwand © Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Sammlung der Kunstakademie (NRW), Foto Horst Kolberg, Neuss

Neben der Bedeutung der dargestellten Personen kommt die besondere Provenienz der Werke hinzu, die beispielhaft für die Entwicklung von der kurfürstlichen Galerie zu einer städtischen Gemäldegalerie als Museum der Bürger und Bürgerinnen steht. Beide Bilder stehen auch für die fruchtbare Verbindung des Museums mit der Kunstakademie und der Nutzung deren Sammlung in einem öffentlichen Gebäude der Stadt.

Zusätzlich kann die Bedeutung des Malers J. Spilberg d. J. für die Düsseldorfer Hofkunst und für die Geschichte der Düsseldorfer Kunst nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er zählt zu den wenigen in Düsseldorf geborenen Barockmalern mit überregionaler Bedeutung und blieb selbst neben Jan van Douven lange der führende Porträtist am Hofe Jan Wellems. Die beiden Porträts sind auch Belege dafür, dass Spilberg durch seine Ausbildung beim Rembrandt-Schüler Govaert Flinck in Amsterdam für den Kulturtransfer zwischen den Niederlanden und der Düsseldorfer Kunstszene sorgte und nicht zuletzt durch seinen Einfluss die Bildnismalerei in Düsseldorf niederländisch geprägt wurde.




Mit freundlicher Unterstützung von:

Lade Ergebnisse ...
Loading results ...