Geschichte des Museum Kunstpalast

Blick auf den alten Kunstpalast
Blick auf den alten Kunstpalast

Mit der Neueröffnung des Museum Kunstpalast im September 2001 wurden das Kunstmuseum und der Kunstpalast zusammengeschlossen und in eine Stiftung überführt. Die Anfänge der Sammlung, die heute mehr als 100.000 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, kunstgewerbliche Exponate und Glasobjekte umfasst, sind allerdings auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zu datieren.

Die Anfänge der Sammlung

Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz begann 1710 zusammen mit seiner Frau Anna Maria Luisa de‘ Medici in Düsseldorf eine Gemäldegalerie aufzubauen, die internationale Künstler in die Stadt zog. 1805 wurden die meisten Gemälde in den Hausbesitz der Wittelsbacher Gemäldesammlung nach München gebracht. Die Kunstakademie übernahm die verbliebenen Werke.

Große Ausstellung Düsseldorf 1926 (Gesolei), Blick auf den neuen Kunstpalast und die Rheinterrasse
Große Ausstellung Düsseldorf 1926 (Gesolei), Blick auf den neuen Kunstpalast und die Rheinterrasse

Pläne für ein städtisches Kunstmuseum

1846 wurde der Verein zur Errichtung einer Gemäldegalerie gegründet und eine Vielzahl von Gemälden der Düsseldorfer Malerschule aufgekauft. Erst 1913 wurde beschlossen, ein Düsseldorfer Kunstmuseum für den Kunstbesitz der Stadt zu gründen.

Nach der großen Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung wurde der 1902 erbaute Kunstpalast zunächst den Künstlern der Stadt überlassen. Mit der Neugestaltung des Ehrenhofs durch Wilhelm Kreis für die GESOLEI (große Kunstausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen) gewinnt die Stadt den nordwestlichen Flügel des Gebäudekomplexes als Museum für die Sammlungen.

1928 wurde endlich das Kunstmuseum zusammen mit dem Kunstgewerbemuseum und dem Hetjens-Museum eröffnet. Die Übertragung der Sammlungen der Kunstakademie in langfristigen Leihverträgen, ab 1932, an das Kunstmuseum war für die Entwicklung zu einer vielfältigen Sammlung entscheidend. Werke wie die Himmelfahrt Mariae und Venus und Adonis von Peter Paul Rubens und Arbeiten des flämischen Hofbildhauers Gabriel Grupello gelangten so in den Besitz des Museums.

Foyer Museum Kunstpalast, Johan Thorn Prikker, Glasfenster, 1926, Antikglas, Blei; Foto: Stefan Arendt, Medienzentrum Rheinland/LVR
Foyer Museum Kunstpalast, Johan Thorn Prikker, Glasfenster, 1926, Antikglas, Blei; Foto: Stefan Arendt, Medienzentrum Rheinland/LVR

Verheerende Einflüsse der Nationalsozialisten und  Gewinn der Nachkriegszeit

1937 wurden über 900 Werke aus der Kunstsammlung konfisziert und 1938 neben anderen Werken in der Ausstellung „Entartete Kunst“ im Kunstpalast gezeigt. Während des zweiten Weltkriegs waren große Teile der Sammlung ausgelagert, die in dieser Zeit erworbenen Kunstwerke aus besetzten Ländern konnten ab 1945 restituiert werden.

In der Nachkriegszeit konzentrierten sich Neuerwerbungen auf die Malerei des deutschen Expressionismus, heute eine der Glanzpunkte der Sammlung. Die erste Ausstellung „Lebendiges Erbe“ zeigte 1946 vor allem Arbeiten der von den Nationalsozialisten als entartet gebrandmarkten Künstler. Im selben Jahr wurde der Robert-Schumann-Saal mit 1200 Plätzen erbaut, die Wiedereröffnung des Kunstmuseums erfolgte dann 1948.

Schwierigkeiten und Neuanfang

Ab 1958 belegte die Messegesellschaft NOWEA sowohl das Kunstmuseum Düsseldorf als auch den Kunstpalast. Die Kunst wurde in dieser Zeit eingelagert. Erst 1968 ist der Standort des Museums am Ehrenhof gesichert. Die Kunstvermittlung wird ab 1964 zu einem Schwerpunkt und führt 1970 zur Gründung einer pädagogischen Abteilung.

Schenkungen und Dauerleihgaben erweitern ab 1963 die Sammlung, dazu gehören die Glassammlungen Hentrich und Barlach-Heuer, niederländische Genremalerei aus dem Vermächtnis Giradet, Skulpturen und Kleinplastiken der Sammlung Dr. M.J. Binder, mittelalterliche Skulpturen der Sammlung Schwartz, die Sammlung Koch mit Gemälden und Objekten der 1960er Jahre. Das Hetjens-Museum wird 1967 als eigenes Museum ausgegliedert. In den siebziger Jahren finden Ausstellungen zur Düsseldorfer Malerschule und ihrer Einwirkung auf die Kunst in Amerika und den Nordischen Ländern sowie Ausstellungen zur Glaskunst des 19. und 20. Jahrhunderts großen Anklang.

Baumängel erforderten von 1979 bis 1985 umfangreiche Sanierungsarbeiten. Mit der Wiedereröffnung 1985 mangelte es weiterhin an Ausstellungsflächen. Im maroden Kunstpalast fanden in den 1980er Jahren für die Entwicklung der Kunst in Düsseldorf wichtige Ausstellungen statt, wie die sechs durch Stephan von Wiese konzipierten  „Treibhaus-Ausstellungen“.  1990 wurde das Museum umbenannt in „Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof mit Sammlung Kunstakademie und Glasmuseum Hentrich".

Das Museum Kunstpalast und das Bürogebäude der E.ON AG bei der Neueröffnung im September 2001, Foto: Stefan Müller
Das Museum Kunstpalast und das Bürogebäude der E.ON AG bei der Neueröffnung im September 2001, Foto: Stefan Müller

Wandel und Neuanfang

Erneute Sanierungsmaßnahmen wurden in Folge eines Brandes zwischen 1993 und 1994 notwendig. Die Gründung einer Public-Private-Partnership zwischen der Stadt Düsseldorf und der E.ON AG leitete 1998 durch die „Stiftung museum kunst palast“ die Zusammenlegung des Kunstmuseums mit dem Kunstpalast ein. Eine Sanierung des Kunstpalastes und der Betrieb des gesamten Museumskomplexes bildeten den Stiftungszweck. Das Museum konnte im September 2001 eröffnet werden. Als weiterer Partner kam die METRO Group hinzu. Das Museum Kunstpalast zeigte neben der Präsentation der umfassenden Sammlung hochkarätige Ausstellungen wie Joan Mirò, Dalí, Warhol, Caravaggio, Bonjour Russland. 2011 wird die Sammlung neu präsentiert und eine Schau zur Düsseldorfer Malerschule gezeigt. Die Sammlung Museum Kunstpalast umfasst heute fünf Sammlungsbereiche: die Gemäldegalerie, Skulptur und Angewandte Kunst, Moderne Kunst, die Graphische Sammlung und das Glasmuseum Hentrich.

Luftbild Museum Kunstpalast, Foto: © E.ON AG
Luftbild Museum Kunstpalast, Foto: © E.ON AG

Zur Geschichte der Architektur des Ehrenhofs

Die „Große Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung“ von 1902 zur Etablierung Düsseldorfs als Messe- und Ausstellungsstadt, wurde durch eine Initiative einiger führender Industrieller und Künstler ausgerichtet. Seit 1898 entstand mit privatem Kapital auf städtischem Grund für diese Ausstellung am Rheinufer der Kunstpalast. Vorbild war das Pariser Petit Palais von 1900, das der Kunstpalast schließlich mit seinen 132 Metern Länge in den Größenverhältnissen noch übertraf. Mit dem Bau des Kunstmuseums, des Landesmuseum für Volk und Wirtschaft (heute NRW-Forum), des Planetariums (heute Tonhalle) und der Rheinterrassen entstand 1926 der Komplex des Ehrenhofs nach den Plänen von Wilhelm Kreis. Die Erweiterung erfolgte zur Präsentation der GeSoLei. Der Kunstpalast erhielt, anstelle der neobarocken Fassade, in Anpassung an das architektonische Konzept eine Klinkerfassade.

Die architektonische Neukonzeption des Düsseldorfer Ehrenhof-Komplexes, insbesondere des Kunstpalastes, einschließlich des Robert- Schumann-Saals und eines Bürogebäudes für die E.ON AG wurde nach einem Wettbewerb von dem renommierten Kölner Architekten Prof. Oswald Mathias Ungers entworfen und durch die Public-Private-Partnership der Stadt Düsseldorf und der E.ON AG bis zur Eröffnung im September 2001 umgesetzt.

Anbringung der LED-Leuchtmodule
Anbringung der LED-Leuchtmodule

Laufende Modernisierung des Gebäudes

Die Stiftung Museum Kunstpalast hat im Frühjahr 2016 an einem Klimaschutzprojekt "Sanierung der Innenbeleuchtung" teilgenommen. Dabei ging es um den Austausch der 2000 Lichtdeckenfelder. Die Leuchtstoffröhren wurden durch LED-Leuchtmodule ersetzt. Durch diese Umrüstung konnte der Stromverbrauch für die Beleuchtung um 72% reduziert werden. Dabei werden rund 650 t CO2 pro Jahr eingespart. Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative wurde das Projekt durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Lade Ergebnisse ...
Lade Ergebnisse ...