Bestand Skulptur und Angewandte Kunst
Die Skulpturensammlung umfasst insgesamt über 1300 Exponate von Kleinbronzen über Elfenbein bis hin zu lebensgroßen Holz- und Steinplastiken aus der Zeit des 11. bis 19. Jhs.
Bildwerke von der Romanik bis zur Gotik
Einen thematischen Schwerpunkt bildet die christliche Kunst des Spätmittelalters mit dem Bildtypus Maria mit dem Christuskind. Die verschiedenen Werke zeigen eindrucksvoll den Wandel in der Gestaltung von der Romanik zur Gotik. Ende des 14. Jhs. entwickeln sich als neuer marianischer Typus die sogenannten ‚Schönen Madonnen’. Ein besonders wertvolles Stück der Düsseldorfer Sammlung ist die Muttergottes aus Salzburg (?), um 1400. Ein weiteres wichtiges Thema in der religiösen Kunst ist das Motiv der ‚Anna Selbdritt’, das seit dem Mittelalter als Vergegenwärtigung der unbefleckten Empfängnis Marias durch Anna verstanden wurde. Die aus dem Niederrheinischen stammende Figurengruppe aus der Zeit um 1500, wurde durch die Hinzufügung Joachims, des Mannes der Anna, seiner eigentlichen Bedeutung entkleidet und wandelt sich damit inhaltlich zu einer Darstellung der Familie Marias.
Plastiken der rheinischen und süddeutschen Spätgotik
Zu den herausragenden Bildwerken gehören desweiteren Heiligen- und Madonnenfiguren der rheinischen und süddeutschen Spätgotik: u.a Kleinplastiken wie die Mechelner Hl. Barbara, die Figurengruppe des Meisters der Biberacher Sippe, der Hl. Christophorus des Meisters von Ottobeuren sowie die Muttergottes des großartigen Ulmer Schnitzers Daniel Mauch.
Werke des Barock
Von großer Bedeutung für die Düsseldorfer Sammlung sind die Werke des Barock, hier besonders die Skulpturen Gabriel Grupellos, dem Hofbildhauer des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Im Zentrum seiner Arbeit stand vor allem das Bildnis des Herrschers und seiner Gemahlin Anna Maria Luisa aus dem Hause Medici. Das Museum besitzt u.a. Plastiken des Herrscherpaares, mythologische Bronzeskulpturen, verschiedene Marmorreliefs sowie eine hervorragende Darstellung der ‚Maria vom Siege’.
Orientalisches Kunsthandwerk
Die attraktive Sammlung islamischen Kunsthandwerks geht zurück auf den ersten Direktor des Kunstgewerbemuseums, Heinrich Frauberger, der in den 1880er- und 1890er -Jahren diesen Bereich systematisch durch den Erwerb von Handschriften, Miniaturen, Koraneinbänden, Textilien, Metall-, Holz- und Keramikobjekten aufbaute.
Asiatische Kunst
Der Bereich der asiatischen Kunst geht auf einen kleinen, aber nennenswerten Bestand von 88 Tsuba (japanische Schwertstichblätter) der Sammlung Oeder zurück. Durch die Schenkung Hans Lühdorf kam u.a. eine mehr als 400 Blatt umfassende Farbholzschnittsammlung des 19. Jahrhunderts in das Museum. Zusammen mit der Netsuke-Sammlung von Bruno Werdelmann, einer der größten Sammlungen japanischer Gürtelknebel, werden in diesem Bereich nun beachtenswerte Akzente der japanischen Kunst und Kulturgeschichte vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert gesetzt.
Zur Werdelmann-Schenkung gehören darüber hinaus rund 80 buddhistische, hinduistische und jainistische Skulpturen der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Textilsammlung
Die Textilsammlung des Museums, die in ihrer Art zu den umfassendsten in Deutschland gehört, dokumentiert mit rund 6.000 Objekten die europäische und orientalische Stilgeschichte der Textilkunst von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert, u.a. mit einem Schwerpunkt bei den koptischen Textilien.
Metall- und Goldschmiedekunst
Zu den weiteren Sammlungskonvoluten gehören die Metall- und Goldschmiedekunst, die sich mit prunkvoll gestalteten Objekten der Tafelkultur sowie Werken aus dem Sakralen präsentieren. Eine aus frühbarocker Zeit stammende Paxtafel aus Flandern der Sammlung Dr. M. J. Binder gehört hier zu den herausragenden Stücken.
Möbel, Design-Objekte
Eine Vielzahl historischer Möbel, u.a. der Gotik und des Barock, sowie Kästchen und Schatullen aus fünf Jahrhunderten bilden einen eigenen Sammlungskomplex, der in den 1980er-Jahren um den Bereich Design erweitert wurde.










