Johann Gerhard Huck; 1759–1811; nach Joseph Fratrel; Épinal 1730–1783 Mannheim; Portrait Lambert Krahe, 1806; Schabkunst; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Graphische Sammlung
Johann Gerhard Huck; 1759–1811; nach Joseph Fratrel; Épinal 1730–1783 Mannheim; Portrait Lambert Krahe, 1806; Schabkunst; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Graphische Sammlung
Heinrich Kipp; Wetzlar 1826, Todesjahr und -ort unbekannt; Portrait von Laurenz Heinrich Hetjens im Alter von 16 Jahren, 1846; Technik; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Graphische Sammlung
Heinrich Kipp; Wetzlar 1826, Todesjahr und -ort unbekannt; Portrait von Laurenz Heinrich Hetjens im Alter von 16 Jahren, 1846; Technik; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Graphische Sammlung

Sammler

Lambert Krahe und die Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf

Aus einfachen Verhältnissen stammend, bot sich dem Düsseldorfer Künstler Lambert Krahe (Düsseldorf 1712 – 1790 Düsseldorf)im Jahre 1736 die unerwartete Gelegenheit, dem Grafen von Plettenberg auf der Reise nach Rom zu folgen. Nach dem plötzlichen Tod des Gönners blieb Krahe in der Ewigen Stadt – trotz anfänglich schwieriger Umstände. Während seines annähernd zwanzigjährigen Aufenthaltes in Rom trat er neben seiner Tätigkeit als Künstler auch als Kunstagent auf – so für den Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. In diesen 1740/50er Jahren konnte Krahe seine eigene umfangreiche Sammlung überwiegend römischer Barockzeichnungen aufbauen. Die Handzeichnungen, druckgraphischen Blätter, Ölstudien und Bücher gingen später in den Bestand der Düsseldorfer Kunstakademie über, deren Gründungsdirektor Krahe war. Um Werke des 19. Jahrhunderts ergänzt, wird die Sammlung seit 1932 am heutigen Museum Kunstpalast als Dauerleihgabe bewahrt.

Laurenz Heinrich Hetjens

Die Person Laurenz Heinrich Hetjens (Düsseldorf 1830–1906 Aachen) verbindet sich in Düsseldorf vor allem mit dem hier ansässigen Keramik-Museum gleichen Namens. Der durch Heirat vermögend gewordene Hetjens konnte sich fortan ganz der Sammeltätigkeit widmen: So erwarb der spätere Stifter im Laufe seines Lebens auch ein exquisites Konvolut druckgraphischer Blätter und Zeichnungen. Nach der Aufteilung seiner Bestände an die Düsseldorfer Museen im Jahre 1928 gingen die Arbeiten auf Papier an die Graphische Sammlung des heutigen Museum Kunstpalast. Aus seiner Sammlung stammt das Portrait des 16-jährigen Hetjens (Abb.), welches sein Vetter, Heinrich Kipp, schuf. Kipp, der an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hatte und kurzzeitig dort als Lehrer tätig war, brachte den jungen Hetjens vermutlich mit der Kunst in Berührung, bevor er selbst nach Paris übersiedelte.

Die Sammlung Hanck

1939 in Düsseldorf geborene, erhielt Wolfgang Hanck nach einem Theologiestudium in Bonn, Freiburg und Köln 1965 die Priesterweihe. Zunächst als Kaplan und Rektor tätig, wurde er 1986 Pfarrer von Christ-König und zusätzlich ab 1994 von Heilig Geist in Neuss. 1988 begann er, eine Sammlung zeitgenössischer Arbeiten auf Papier aufzubauen, die inzwischen über 1.800 Werke von knapp 400 Künstlern umfasst. Eine Erbschaft ermöglichte es Hanck, die Sammlung 2003 durch plastische Arbeiten und Malerei zur ergänzen. Im Oktober 2008 gingen die Arbeiten als Schenkung an das Museum Kunstpalast über.

Die Sammlung Hanck ist durch eine thematische Vielfalt gekennzeichnet und bietet einen breit gefächerten Überblick zur Zeichnung der 1980er- und 1990er-Jahre. Oftmals Künstler am Anfang ihres Schaffens unterstützend, legte Hanck Wert darauf, entweder mehrere, über die Jahre entstandene Arbeiten eines Künstlers oder aber komplette Serien zu kaufen. Dabei hat sich Pfarrer Hanck nicht etwa auf religiöse Inhalte konzentriert, sondern hat vielfach Werke mit schwierigen weltlichen Themen oder herausragenden formalen Lösungen erstanden: „Einen sinnlichen Reiz müssen die Werke haben. […] Besonders mag ich Bilder, die etwas Existenzielles ausdrücken - was vielleicht auch mit meinem Beruf zusammenhängt."