Antonio Molinari; „Allegorie der Malerei“, undatiert; Rötel; 26,6 x 20,0 cm; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Kunstakademie (NRW)
Antonio Molinari; „Allegorie der Malerei“, undatiert; Rötel; 26,6 x 20,0 cm; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Kunstakademie (NRW)
Giovanni Baglione; (Rom um 1570 – 1643 Rom); Jael und Sisera, Rötel, Feder in Braun, graubraun laviert, 25,7 x 18,7 cm; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Sammlung der Kunstakademie (NRW)
Giovanni Baglione; (Rom um 1570 – 1643 Rom); Jael und Sisera, Rötel, Feder in Braun, graubraun laviert, 25,7 x 18,7 cm; Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Sammlung der Kunstakademie (NRW)

FORSCHUNG

In Erfüllung eines humanistisch geprägten Bildungsauftrages und zur Erforschung der zeichnungsspezifischen Besonderheiten sowie der Erhellung sammlungs-relevanter Zusammenhänge wurde die wissenschaftliche Bearbeitung des Bestandes der Graphischen Sammlung und ihrer Leihgaben mit zwei weiteren Schwerpunkten museumsbezogener Arbeit verzahnt: Methodisches Sammeln und notwendiges Bewahren sind seit 1999 und der Überführung des Düsseldorfer Kunstmuseums in eine Public-Private-Partnership mittels eines hierfür entwickelten Masterplans auf die hauseigene Forschung abgestimmt. In der Folge nahm die Graphische Sammlung die vorgesehene systematische Grundlagen-Arbeit am Bestand auf und publizierte zeitnah zahlreich gewonnene Ergebnisse in Form einer „Neuen Reihe“ wissenschaftlicher Bestandskataloge. Für die Öffentlichkeit konnten deshalb in kurzer Zeit umfangreiche Zeichnungs-Konvolute der Künstler P. F. Mola, A. Molinari, G. Lanfranco und G. Baglione gesichtet und erschlossen werden. Die Werkblöcke dieser Künstler repräsentieren einen kleineren Teil der Düsseldorfer Akademie-Sammlung und ihrer etwa 40.000 Objekte, die sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts als international bedeutende Referenz-Sammlung römischer Barockzeichnungen unter dem Dach des neuen Museum Kunstpalast einen Namen gemacht hat.

Für eine fundierte, wissenschaftlich-wertende Zu-und-Abschreibe-Tätigkeit auf hohem Niveau ist nicht nur der Stand der aktuellen Forschung umfassend und nachvollziehbar darzustellen, auch sind stilkritische Vergleiche durchzuführen sowie grundlegende Archiv-Arbeit zu leisten, um vertretbare Ergebnisse bei der Beurteilung der Artefakte vorlegen zu können. Ziel bleibt die Bereicherung der Wissenschaft durch eine systematische Sichtung und Neubewertung des Bestandes und der dadurch gewonnenen Werkzusammenhänge. Am Anfang der wissenschaftlichen Bearbeitung, insbesondere der Skizzen, Zeichnungen und Entwürfe, steht der Austausch der hierfür verantwortlichen Kuratoren und der Spezialisten: Fachdebatten im eigenen Studiensaal oder dem kooperierender Häuser festigen vorhandenes Wissen; weiterführende, themen-spezifisch organisierte Symposien beflügeln den Fortgang des anstehenden Projektes – können aber als kleine Foren des Wissenschaftsbetriebs kaum das leisten, was durch große Gelehrten-Bibliotheken mit ihren Beständen an einschlägiger Literatur ermöglicht wird.

Die italienischen Zeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts aus der Sammlung der Kunstakademie im Museum Kunstpalast

Dem Forschungs-Schwerpunkt der Graphischen Sammlung und deren Masterplan folgend, wurden deshalb die langjährig gepflegten Kontakte zu den renommierten Spezialbibliotheken und Forschungsinstituten der Max-Planck-Institute für Kunstgeschichte intensiviert. Während die vergleichende Arbeit vor den Originalen auch im Studiensaal des Gabinetto Disegni e Stampe der Uffizien in Florenz. erfolgt. Der in der Graphischen Sammlung für die Akademie-Sammlung verantwortlichen Kuratorin der Stiftung Museum Kunstpalast wurden von der Bibliotheca Hertziana, Rom und dem Kunsthistorischen Institut in Florenz jeweils projektbezogene Arbeitsmittel und Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Auch erfuhr die für die Akademie-Sammlung verantwortliche Wissenschaftlerin vom Hause regelmäßig finanzielle Unterstützung durch Stipendien, oder es wurde ihr ein Arbeitsaufenthalt im Range einer Gastwissenschaftlerin gewährt. Unterstützung erfährt die Grundlagen-Forschung der Graphischen Sammlung durch die Archive der Stiftung Museum Kunstpalast, so das Dokumentationszentrum der Düsseldorfer Malerschule, das digitale Cranach-Archiv und das Archiv der Zero-Foundation.

An dieser hauseigenen Grundlagen-Forschung partizipieren auch Universitäten des Landes, so das Kunsthistorische Seminar der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und das Kunsthistorische Institut der Universität zu Köln: Im Rahmen ihrer Studiengänge werden regelmäßig Seminare vor den Originalen im Studiensaal der Graphischen Sammlung angeboten.