Portraitbecher, Franz Paul Zach (1820-1881) zugeschrieben, wohl München um 1850. Museum Kunstpalast, Glasmuseum Hentrich, Inv.-Nr. Gl 2012-2
Detailaufnahme mit dem Profilportrait

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Wer kennt diesen Herrn?

31. März 2012

Die hervorragende Ausführung und die ungewöhnliche Vielfalt der Techniken waren Grund genug, diesen Becher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts für die Glassammlung zu erwerben. Nun wüssten wir gerne, wer darauf dargestellt ist – haben Sie eine Idee? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht! (Kontakt, ganz unten auf dieser Seite)

Rippenbecher auf Knubbenfüßen, vermutlich Niederlande, 1. Hälfte 18. Jh. Museum Kunstpalast, Glasmuseum Hentrich, Inv.-Nr. Gl 2011-93
Rippenbecher auf Knubbenfüßen, vermutlich Niederlande, 1. Hälfte 18. Jh. Museum Kunstpalast, Glasmuseum Hentrich, Inv.-Nr. Gl 2011-93

Glasrestaurierung

Aus Scherbenfunden werden Sammlungsobjekte

27. Januar 2012

Im vorigen Jahr konnte ein größeres Konvolut an Scherbenfunden für das Glasmuseum Hentrich erworben werden. Einige dieser Scherben lassen sich zusammenfügen - nach und nach wird im Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf daran gearbeitet.

Simone Walker, Volontärin des Restaurierungszentrums, hat bereits einigen Gläsern zur Wiedergeburt verholfen. So auch diesem Rippenbecher auf drei Knubbenfüßen, der für uns eine besondere Bedeutung hat, denn er soll in der Wallstraße in Düsseldorf gefunden worden sein. Das Glas ist farblos und schwer, wohl ein Bleikristall; durch die Bodenlagerung sind die Oberflächen mattiert und etwas irisiert. In seiner Formgebung ist es ein typisches Werk der Barockzeit in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Bleiglas könnte es ein niederländischer Import nach Düsseldorf gewesen sein. 

Logo des Berlin Glas e.V.
Tim Belliveau bereitet das Hefteisen vor. Foto Lea Bucknell

Empfehlung

Berlin Glas e.V.

23. Januar 2012

In Deutschland gibt es nicht viele Gelegenheiten, Glaskunst live to erleben (in NRW z.B. in der Glashütte Gernheim). Nun ist aber am 9. Dezember das erste öffentliche Glasstudio in Berlin eröffnet worden!

Zentral gelegen, im "Parkhaus", Straßburger Str. 6-8, bietet es die Möglichkeit, Künstlern beim Glasblasen zuzuschauen oder sich selbst daran zu versuchen. Das gemeinnützige Projekt ist von der Galeristin Nadania Idriss ins Leben gerufen worden und auf Spenden angewiesen.

Wir gratulieren zu diesem mutigen Projekt!

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Bleiverglastes Fenster, Entwurf Andries Dirk Copier (zugeschrieben), Ausführung Glasfabrik Leerdam, Niederlande, um 1929. 135 x 64 cm (mit Rahmen). Glasmuseum Hentrich, Gl 2011-291
Bleiverglastes Fenster, Entwurf Andries Dirk Copier (zugeschrieben), Ausführung Glasfabrik Leerdam, Niederlande, um 1929. 135 x 64 cm (mit Rahmen). Glasmuseum Hentrich, Gl 2011-291

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Glasfenster von A. D. Copier, Leerdam, um 1929

Mit Mitteln der Stiftung von Tijmen Knecht und Helen M. Knecht-Drenth ist der Ankauf einer Seltenheit des niederländischen Glasdesigns gelungen. Bleiverglasungen sind ein ungewöhnliches Produkt der Glasfabrik Leerdam. Die für ihr wegweisendes Design von Trinkservices und Vasen bekannte Firma stellte nur für eine kurze Zeit gegen Ende der 1920er-Jahre auch Glasfenster her. Typisch für die Arbeiten des Entwerfers Andries Dirk Copier (1901-1991) sind die zart angedeuteten, formgeblasenen Rippen, die leichte Irisierung der Glasoberfläche und das Craquelée. Die Gestaltung des Fensters folgt im übrigen dem Vorbild der 1917 in den Niederlanden gegründeten Kunstbewegung De Stijl.

Glasfabrik Leerdam, Unica, Floris Meydam und L. van der Linden, 1975, Nachlass Winfried Drove, Inv. Nr. Gl mkp 2010-331
Glasfabrik Leerdam, Unica, Floris Meydam und L. van der Linden, 1976. Nachlass Winfried Drove, Inv. Nr. Gl mkp 2010-332

Floris Meydam (1919 - 2011)

Der niederländische Glaskünstler ist am 25. September 2011 im Alter von 91 Jahren gestorben

29. September 2011

Floris Meydam hat das niederländische Glasdesign der Nachkriegszeit maßgeblich geprägt. 1935 fing er seine entwerferische Tätigkeit bei der Glasfabrik Leerdam an. In den 1940er-Jahren lehrte er an der Glasschule in Leerdam, deren Entwurfsabteilung er seit 1949 leitete. Aus dem darauffolgenden Jahr sind seine ersten Unica-Arbeiten bekannt - Gläser, die in der Glasfabrik direkt am Ofen im Dialog zwischen Glasbläser und Entwerfer entstanden.

Das Glasmuseum Hentrich besitzt insbesondere durch die großzügige Schenkung des niederländischen Ehepaares Tijmen Knecht und Helen Knecht-Drenth sowie durch den Nachlass des deutschen Sammlers Winfried Drove einen umfangreichen Bestand der niederländischen Glaskunst mit ca. 120 Arbeiten von Floris Meydam. Eine Ausstellung dieser Arbeiten im Museum Kunstpalast ist derzeit in Planung.

Finn Lynggaard, Vase und zwei Objekte, Ebeltoft 1980. Glasmuseum Hentrich, P 1980-14, 15, 16

Finn Lynggaard

Der große dänische Glaskünstler ist tot

29. August 2011

Am 25. August 2011 ist der dänische Keramik- und Glaskünstler Finn Lynggaard (geb. 1930) gestorben. Anlässlich einer Gastprofessur in Toledo, Kanada, hatte Lynggaard 1970 zum ersten Mal mit Glas experimentiert. Bereits zwei Jahre später unterhielt er eine erste eigene Glaswerkstatt in Hørsholm, Seeland und wurde zu einem der wichtigsten europäischen Protagonisten der von den USA sich ausbreitenden Studioglasbewegung. Auf Jütland gründete Lynggaard zusammen mit seiner Frau Tchai Munch 1980 das Glasstudio „Ebeltoft Glas“ und initiierte 1986 das Glasmuseum Ebeltoft. Dort richtete er selbst noch im vergangenen Jahr zu seinem 80. Geburtstag die große Retrospektive seines Werkes aus.

Das Glasmuseum Hentrich besitzt drei seiner Werke, die sämtlich 1980 in Ebeltoft entstanden.

Johanna Cremer
Sophia Dietrich

Talentschmiede Glasmuseum Hentrich

Praktikantinnen erhalten Forschungspreis

06.07.2011

Zwei Studentinnen, die 2009 unabhängig voneinander jeweils ein Praktikum am Glasmuseum Hentrich absolvierten,  haben gleichzeitig den Forschungspreis „Angewandte Kunst 2011“ des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München erhalten!

Die Magisterarbeit von Johanna Cremer aus Köln trägt den Titel: "'Hola woher mit der Leimstangen'. Untersuchungen zu Vogelfängerhumpen aus Emailglas", und Sophia Dietrich aus Leipzig hat ihre Magisterarbeit zu " Volkhard Precht. Unbemerkter Pionier des Studioglases in der DDR" geschrieben.

 Herzlichen Glückwunsch an unsere beiden Praktikantinnen und unsere besten Wünsche für ihre berufliche Zukunft! 

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Große Sammlung mittelalterlicher Glasfragmente erworben

30.06.2011

Mit Mitteln der Stiftung Glasmuseum Hentrich konnte eine mehrere tausend Fragmente umfassende Sammlung erworben werden. Die Fragmente stammen größtenteils aus Köln und Umgebung, aber es sind auch Funde aus anderen Regionen vertreten, insbesondere aus Düsseldorf und aus den Niederlanden. Die meisten Fragmente stammen aus der Zeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit, doch reichen die Funde bis in das 18. Jahrhundert.

Zum größten Teil handelt es sich um Scherben von Maigelein - mittelalterliche niedrige Trinkschalen - und Römern. Daneben gibt es viele besondere Schätze, die an dieser Stelle nach und nach vorgestellt werden sollen.

Diese Sammlung an Fragmenten ergänzt in vorzüglicher Weise die Sammlung mittelalterlicher Gläser von Karl Amendt, die sich schon seit den 1980er Jahren als Dauerleihgabe im Glasmuseum Hentrich befinden. 

Obwohl keines der Gläser mehr ganz vollständig ist, sind viele Funde besonders schön und werden im Glasmuseum Hentrich ausgestellt werden. Darüberhinaus stehen die Fragmente - wie auch unsere übrige Sammlung - der Forschung zur Verfügung.

Dank der Fragmente, vor allem aber dank der Sammlung Amendt nimmt das Museum Kunstpalast auf dem Gebiet der Glaskunst des Mittelalters eine weltweit herausragende Rolle ein.

Eine der mehr als hundert Kisten, in denen die Fragmente ins Museum kamen.
Niederländischer großer Bierbecher, 17. Jahrhundert.
Fragment eines Kelches mit Schlaufenfadendekoration, 17. Jahrhundert.
Foto Museum Kunstpalast

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Ein wichtiger Deckelpokal, der schon seit 1974 im Glasmuseum Hentrich ausgestellt ist, konnte jetzt dauerhaft für den Sammlungsbereich der barocken Gläser gesichert werden.

Der blaue Deckelpokal mit Goldmalerei ist in Brandenburg um 1740–50 entstanden, zu Beginn der Regierungszeit des Königs Friedrich II. (der „Alte Fritz“). Die kobaltblaue Farbe, die Rundungen und die Goldverzierung sind offenbar eine Antwort der Glasmacher auf die heftige Konkurrenz des Porzellans, das zu der Zeit machtvoll aufkam. Seit 1974 ist der Pokal als Leihgabe aus der Sammlung von Zanthier im Glasmuseum Hentrich ausgestellt. Nun konnte er mit einer großzügigen Spende der Familienstiftung Schultz-von Schacky, Berlin, erworben werden.

Foto Horst Kolberg, Düsseldorf

Gläser zurückgekehrt

Fast ein Jahr lang hatte sich das Glasmuseum Hentrich von seinen wichtigsten Gläsern der Mittelalter-Sammlung getrennt. Nun sind sie wieder zurück.

Insgesamt 46 Kostbarkeiten, vornehmlich aus der Sammlung Karl Amendt, die als Dauerleihgabe im Glasmuseum Hentrich ausgestellt ist, und aus der Sammlung des Glasmuseums selbst waren für eine große Mittelalter-Ausstellung im Corning Museum of Glass, Corning/NY, USA, von April 2010 bis Februar 2011 entliehen worden. Mehr als ein Drittel der Ausstellung in den USA, die insgesamt knapp 130 Objekte umfasste, war somit aus Düsseldorf bespielt worden. Die Gläser sind wieder im Glasmuseum Hentrich zu besichtigen.