Sammler, Stifter und Förderer der Gemäldegalerie
Die Gemäldegalerie verdankt die Vielfalt und Bedeutung ihrer Sammlung zu einem beachtlichen Teil großzügigen Sammlern, Stiftern und Förderern, die zum Erwerb, zur Forschung und Pflege des Bestandes beigetragen haben.
Vereinigungen und Gesellschaften
Grundlegend für die Gemäldegalerie war die Initiative des Vereins zur Errichtung einer Gemäldegalerie zu Düsseldorf. Die 415 bis 1913 gesammelten Werke sind meist von Künstlern der Düsseldorfer Malerschule, einige aber auch von Malern aus anderen Kunstzentren wie München oder Berlin (L. Corinth, M. Slevogt, C. Spitzweg).
Die 1912 gegründete Gesellschaft zur Ergänzung der Sammlung des Städtischen Kunstmuseums übernahm als Düsseldorfer Museumsverein 1914 die Nachfolge des aufgelösten Galerievereins. Unter den ca. 67 Werken, die der Museumsverein 1913-1922 erwarb, sind A. Achenbachs „Alte Akademie“, A. Feuerbachs „Am Meer“ oder F. J. Overbecks „Der Ostermorgen“. Auch der heutige Nachfolgeverein, die Freunde des Museum Kunstpalast, Düsseldorf, hat tatkräftig den Ausbau der Gemäldegalerie unterstützt, zuletzt 2004.
Der seit 1829 bestehende Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen machte es sich ebenfalls zur Aufgabe, die Gemäldegalerie durch Schenkung zu fördern. So konnten u. a. mit C. F. Sohns „Tasso und die beiden Leonoren“ und C. Köhlers „Hagar und Ismael“ zwei Hauptwerke der Düsseldorfer Malerschule für die Gemäldegalerie gesichert werden. Mit dem Zweck der Förderung der Gemäldegalerie schrieb der Kunstverein 1852 eigens einen Wettbewerb aus, den W. Sohn mit seinem Erstlingswerk „Jesus und die Jünger auf dem stürmischen Meer“ gewann.
Unter einer Vielzahl der Gönner seien genannt: Arbeitgeberverband der Eisen- und Stahlindustrie (1929), Rheinische Bahngesellschaft, Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat, Bankhaus Trinkaus (1933). Um 1938 ermöglichte die Museumsspende der Düsseldorfer Wirtschaft den Erwerb erstklassiger Gemälde von Borssom, Both, Carus, Kolbe oder Snyders.
Vermächtnisse und Schenkungen aus privater Hand
Durch das Vermächtnis von Kommerzienrat Dr. Franz Schoenfeld von 1911 gelangten 150 Bilder vorwiegend Düsseldorfer Künstler in die Sammlung. 14 Werke der Düsseldorfer Malerschule kamen 1924 aus dem Nachlass des Sammlers Laurenz Heinrich Hetjens in die Gemäldegalerie. Der Nachlass Prof. Olof Jernberg, der 1940 von der Witwe vermacht wurde, gibt mit über 300 Ölskizzen und Gemälden Einblick in die Freilichtmalerei der Düsseldorfer Malerschule. Bei den privaten Schenkungen singulärer Werke lässt sich ebenfalls eine Konzentration auf die Düsseldorfer Malerschule feststellen: H. F. Gudes „Abziehendes Gewitter am Hallstätter See“ 1975 oder E. Bendemanns „Zwei Mädchen“ 1981.
Für den Bestand der niederländischen und flämischen Malerei waren die Schenkung Dr. M. J. Binder (1947/1994), das Vermächtnis des Ehepaars Juliane und Werner Lindgens (1947) und das Vermächtnis des Generalkonsuls Paul Girardet (1970) von besonderer Bedeutung, aber auch das der Else Mark, Henriette Eckelt, E. P. Korus u. a. Dank M. J. Binder verfügt die Gemäldegalerie über 60 Spitzenstücke u.a. von J. van Scorel, D. Teniers d. J. oder P. Lastman. Dem Vermächtnis Lindgens sind reizvolle Stillleben von J. P. Brueghel, J. P. Gillemans d. Ä., J. van Son oder von Vater und Sohn G. P. Verbruggen zu verdanken. Paul Girardet stiftete 16 Kabinettstücke des 17. Jhs. von A. van Ostade, D. Hals oder F. van Mieris d. Ä.
Auch ein kleiner Fundus spanischer Werke aus der Sammlung Wesendonk aus Bonn (1936) schließt gut an die Akademiesammlung an.
Unter den Gönnern der Gemäldegalerie finden sich die Künstler der Düsseldorfer Malerschule selbst mit ihren Erben, u. a. von A. Achenbach, E. Bendemann, A. v. Bochmann, M. Clarenbach, E. Dücker, G. Grobe, G. Janssen, Th. Hagen, F. Ittenbach, G. Oeder, H. E. Pohle, W. v. Schadow, J. W. Schirmer, C. F. Sohn oder R. Wiegmann.
Auch aus Kreisen des Adels, der Wirtschaft, Industrie und Verwaltung kamen Spenden: Bankdirektor Brühaus, Konsul Böhler, Konsul Friedrich, Kommerzienrat Franz Haniel, René Heinersdorff, Fritz Henkel, von der Heydt, Konsul H. Liesenfeldt, Landgerichtsdirektor Max Lissauer, Heinrich Lueg, F. Medicus, Familie Neven du Mont, Familie Poensgen, Prinz Georg von Preußen, Baronin von Reichlin, Kommerzienrat Dr. Schiess, Baron Thyssen-Bornemisza oder Regierungsrat von Waetjen.
Die Düsseldorfer Galerien Paffrath und Alfred Flechtheim, das Kunsthaus F. G. Conzen, die Kunsthandlung Julius Stern schenkten ebenfalls einzelne Werke an die Gemäldegalerie.
Seit 2006 konnten durch den Nachlass Werner Gerhard Linus Müller, Düsseldorf, für die Gemäldegalerie bedeutende Werke von A. Kauffmann, C. F. Lessing, J. W. Schirmer, A. Schroedter, J. P. Hasenclever u. a. erworben werden.
Dauerleihgeber
Neben der Sammlung der Kunstakademie, die seit 1932 als Dauerleihgabe die Gemäldegalerie bereichert, wurde die Gemäldegalerie durch Leihgaben der Staatlichen Museen zu Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) als Kompensation der verlorenen kurfürstlichen Sammlung ergänzt.
Als Leihgaben der Bundesrepublik Deutschland aus ehem. Reichsbesitz finden sich seit den 1960er Jahren u. a. Gemälde von Lenbach, Spitzweg und Stuck in der Gemäldegalerie. 2010 konnte „Die schlafende Diana, von zwei Faunen belauscht“ von Böcklin, die sich seit 1966 in der Gemäldegalerie befand, im Rahmen eines Verfahrens zur Wiedergutmachung mit Hilfe der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Bezirksregierungen NRW, der Kunststiftung NRW, der Kulturstiftung der Länder, des BKM aus der Sammlung Eduard Behrens sen. erworben werden.
Die Stiftung Sammlung Volmer, Wuppertal, ist mit Leihgaben von C. Eybe, Th. Hildebrandt, E. Leutze, W. Nerenz und A. Schroedter prominent vertreten. Weitere Dauerleihgaben der Düsseldorfer Malerschule stammen vom Kultusministerium NRW (F. Neuhaus), der Kunststation St. Peter, Köln (E. Deger) und der LETTER Stiftung, Köln (A. Kampf). 2011 sorgte die Übernahme von Schadows „ Jüngstes Gericht“ aus dem Düsseldorfer Landgericht für Aufsehen. Gemälde von A. und O. Achenbach, J. P. Hasenclever, F. Th. Hildebrandt, C. F. Lessing, E. W. Pose, C. F. Sohn aus Privatsammlungen bereichern als langfristige Leihgaben zusätzlich die Gemäldegalerie.











