EINE KURZE GESCHICHTE DER ABTEILUNG KULTURELLE BILDUNG UND PÄDAGOGIK
Die Öffnung der Museen für alle gesellschaftlichen Gruppen war in den 1960er Jahren ein wichtiges kulturpolitisches Anliegen. In den westdeutschen Museen wurden damals die ersten Abteilungen und Zentren für Öffentlichkeitsarbeit gegründet. Diese sollten vor allem „Werbung durch Gruppenbetreuung“ machen, um dadurch neue Besucher für die Museen zu gewinnen.
So wurden im Herbst 1966 im Kunstmuseum Düsseldorf, dem Vorgängerinstitut des Museum Kunstpalast, in Zusammenarbeit mit der Schulbehörde ein „Kunsterziehungsprogramm für Volksschulklassen“ und Lehrerfortbildungen initiiert. Ganze Jahrgangsstufen von Schülern und vollzählige Lehrerkollegien besuchten in den folgenden Monaten das Kunstmuseum und bereits zwei Jahre später nahmen etwa 7600 Schüler an dem Programm teil.
Deshalb wurde 1970 eine pädagogische Assistentin eingestellt und nur drei Jahre später eine zweite Stelle für einen Museumspädagogen geschaffen.
Schon im Januar 1970 fanden in den ehemaligen Räumen des Hetjens-Museums, dem sogenannten „Malhaus“, ergänzend zu den Schulprogrammen erstmals kreative Kurse für Kinder statt. Vor allem wegen der großen Nachfrage nach Malkursen erhielten die Museumspädagogen schließlich einen eigenen Etat für ihre Arbeit.
Bereits 1975 kamen 12.859 Kinder ins Kunstmuseum, die meisten im Rahmen von Schulbesuchen. Bis heute sind Angebote für Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schulformen ein Schwerpunkt der Abteilungsarbeit.
Noch eine andere Tradition wirkt bis in die Gegenwart fort: Als man in den 70er Jahren an verschiedenen Orten mit Ausstellungen für Kinder experimentierte und erste Kindermuseen gegründet wurden, fanden auch im Malhaus die ersten Mitmach-Ausstellungen statt. Am Anfang stand 1977 eine Übernahme aus dem Historischen Museum in Frankfurt: „Struwelpeter garstig, macht die Kinder artig?“ Bereits ab dem nächsten Jahr folgten ihr eigene Projekte.
Im Juni 1979 musste das Kunstmuseum Düsseldorf wegen Baufälligkeit schließen, dann wurde auch das Malhaus abgerissen. Die Museumspädagogik hatte während der Baumaßnahmen ein Ausweichquartier in der Orangeriestraße (Altstadt). Ihren endgültigen Ort aber erhielt sie im das Erdgeschoss des Museumsgebäudes. Im September 1984, noch vor der Wiedereröffnung der Museumssammlungen, empfing das „Museum für junge Besucher“ die ersten Kinder. Neben einem Ausstellungs- und Aktionsbereich verfügte es auch über zwei angrenzende Räume für Kurse bzw. Seminare.
Wie schon in der Vergangenheit, so definierte sich die Pädagogische Abteilung des Kunstmuseums auch in den folgenden Jahren vor allem durch ihre Angebote für Schulen und Kinder. Um die Betreuung der erwachsenen Besucher zu verbessern, wurde 1983 der „Arbeitskreis Kunstmuseum“ gegründet. Er sollte die pädagogische Arbeit und die Öffentlichkeitsarbeit des Kunstmuseums unterstützen. Nach dem Vorbild des schon seit Ende der 70er Jahre bestehenden Kölner Kreises von ehrenamtlichen Mitarbeitern hat er unter anderem zahlreiche öffentliche Führungen übernommen und so die Pädagogische Abteilung finanziell und personell entlastet.
Erst 2001, mit dem Betriebsübergang des Kunstmuseums Düsseldorf in die Stiftung Museum Kunstpalast, und der Neuausrichtung der Pädagogischen Abteilung, die seitdem „Kulturelle Bildung und Pädagogik“ heißt, wurden andere Akzente gesetzt. Neben den Angeboten für Kinder und Schulen gibt es nun ebenfalls eine breite Palette von Programmen und Materialien für Erwachsene, darunter nicht zuletzt verschiedene Veranstaltungen für junge Erwachsene wie die Aktivitäten der Kunstfans und die Jungen Nächte. Schließlich wurden auch die pädagogischen Räume den veränderten Anforderungen angepasst und 2006/07 entkernt und vergrößert. Das neue „Museumsatelier“ wird nun gleichermaßen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt.









