4 REAL & TRUE 2

Wim Wenders, Joshua and John (behind), Odessa, Texas 1983, C-Print, 124 x 164 cm, © Wim Wenders
Wim Wenders, Joshua and John (behind), Odessa, Texas 1983, C-Print, 124 x 164 cm, © Wim Wenders

Wim Wenders. Landschaften. Photographien.

18.4.2015-30.8.2015

Wenn man viel unterwegs ist, schreibt Wim Wenders, wenn man gern umherstreift, um sich zu verlieren, kann man an den merkwürdigsten Orten landen. Es muss wohl eine Art eingebauter Radar sein, der mich oft in Gegenden führt, die entweder sonderbar ruhig oder auf eine ruhige Art sonderbar sind.

Wim Wenders (*1945 in Düsseldorf) ist vor allem durch Filme bekannt geworden wie Der Himmel über Berlin, Pina oder jüngst Das Salz der Erde, ein Porträt des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Doch der Filmemacher bekennt: Die photographische Arbeit ist die andere Hälfte meines Lebens. Bereits seit Jahrzehnten entsteht ein von Wenders filmischen Arbeiten unabhängiges fotografisches Werk: Aufnahmen von einsamen, manchmal skurril wirkenden Orten und Landschaften, von „Schau-Plätzen“ mit eigenen Geschichten.

Anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers im Jahr 2015 zeigt das Museum Kunstpalast in Kooperation mit Wenders Images und der Wim Wenders Stiftung eine Auswahl von 79 großformatigen Fotografien, die stets analog, ohne Kunstlicht, ohne Stativ entstanden sind. Das Spektrum reicht von den frühen Schwarz-Weiß-Fotografien über die monumentalen Landschaftspanoramen bis hin zu erst im letzten Jahr entstandenen Fotografien.

Für seine fotografische Arbeit bevorzugt Wenders seit jeher die Schreibweise „Photographien“, es ist ihm ein ehrwürdiger Begriff, der das geglückte Zusammenspiel von Licht (phos) und Malen (graphein) betont und die Möglichkeit, mit einem Foto einen einzigartigen Moment in der Zeit einzufangen.

Wim Wenders, Dog on the Road to Ayers Rock #2, Uluru 1977, C-Print, 124 x 163.7 cm, © Wim Wenders
Wim Wenders, Dog on the Road to Ayers Rock #2, Uluru 1977, C-Print, 124 x 163.7 cm, © Wim Wenders

Wenders begann mit Schwarz-Weiß Fotografien, wechselte jedoch später zur Farbfotografie. Hier verband sich sein fotografisches Interesse mit der Leidenschaft für Malerei. Wenders, der sich zunächst bei der Kunstakademie Düsseldorf um ein Studium beworben hatte und schließlich 1967 an der gerade gegründeten Hochschule für Fernsehen und Film in München sein Studium begann, entdeckte die Bedeutung der Farben für seine Arbeit: so begann er ein Bild erst wegen der Farben zu „sehen“ und den Bildausschnitt nach den Farben festzulegen.

Was ich mit Macht werden wollte, war Maler.
Und wenn mich Bilder wirklich beeindruckt und beeinflusst haben,
dann waren das Vermeer und Rembrandt,
holländische Landschaftsmaler,
später Klee und Kandinsky und Beckmann,
noch später Edward Hopper und andere.
Als der Filmemacher, der ich dann auf Umwegen geworden bin,
und schließlich auch als Photograph,
verdanke ich der Geschichte der Malerei unendlich viel mehrals der Filmgeschichte und auch der Photogeschichte.
Vielleicht will ich deswegen mit meinen Bildern etwas bewirken,
was eigentlich in der Malerei seinen Anfang genommen hat.

(Aus: Wim Wenders, A Sense of Place. Texte und Interviews, hrsg. von Daniel Bickermann, Frankfurt/Main 2005, S. 88)

„Schau hin, das gibt es, ich habe es gesehen, ich will es Dir zeigen“: mit einer solchen Haltung, will es einem vorkommen, kehrt der Photograph Wim Wenders von seinen Streifzügen durch die Welt, durch die Städte zurück, um uns Orte zu zeigen, die von einer, oft leise melancholischen, Stimmung durchweht sein können, wie wir sie ähnlich von seinen Filmen kennen. Anders aber als jene verzichtet er in seinen Aufnahmen auf jedes Geschichtenerzählen. Die Photographien von Wenders sind deutlich anders als die Stills aus seinen Filmen: die meist stillen, meist menschen-leeren Aufnahmen offerieren vielmehr ein Potential, verführen uns zu möglichen eigenen Geschichten.

(Beat Wismer, Generaldirektor Museum Kunstpalast)

Zu vielen seiner fotografischen Arbeiten hat Wenders Texte geschrieben, die in ihrem Rhythmus wie ein Gedicht klingen. Mit ihnen hält er seine persönlichen Eindrücke, Beobachtungen und Gedanken fest. Ein Farmhaus im wogenden Getreidefeld, ein rostiges Riesenrad auf einer leeren Wiese in Armenien, ein verlassenes Freiluftkino in Palermo, ein verfallenes Haus im ehemaligen jüdischen Viertel von Berlin – die Fotografien von Wenders zeigen selten Menschen und geben doch Zeugnis vom Menschsein. Die Ausstellung wird von Beat Wismer, Generaldirektor Museum Kunstpalast, gemeinsam mit Wim Wenders kuratiert.

4 REAL & TRUE 2

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Wim Wenders. Landschaften. Photographien. Das Video zur Ausstellung.

Audioguide

Foto: Antje Berghäuser
Foto: Antje Berghäuser

Wir freuen uns, dass neben Wim Wenders auch Sophie Rois unseren Audioguide zur Ausstellung 4 REAL & TRUE 2. Wim Wenders. Landschaften. Photographien. spricht. Die Schauspielerin ist sowohl auf der Theaterbühne als auch in Kino- und TV-Filmen  zu sehen. Mit dem Audioguide erhalten Besucher vertiefende Informationen zur Ausstellung. Dauer: 60 Min. Der Guide ist ebenfalls auf englisch verfügbar.

Anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers im Jahr 2015 zeigt das Museum Kunstpalast eine Auswahl von ca. 80 groß-formatigen Fotografien, die stets analog, ohne Kunstlicht, ohne Stativ entstanden sind. Das Spektrum reicht von den frühen Schwarz-Weiß-Fotografien über die monumentalen Landschafts­panoramen bis hin zu erst im letzten Jahr entstandenen Fotografien.

Förderer der Ausstellung "4 REAL & TRUE 2. Wim Wenders. Landschaften. Photographien. "

Hotelpackage

Wim Wenders, Joshua and John (behind), Odessa, Texas 1983, C-Print, 124 x 164 cm, © Wim Wenders
Wim Wenders, Joshua and John (behind), Odessa, Texas 1983, C-Print, 124 x 164 cm, © Wim Wenders

Zur Ausstellung „Wim Wenders. Landschaften. Photographien.“ bietet die Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH attraktive Hotelpakete für unsere Besucher an.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wim Wenders - Trailer zur Ausstellung

Wim Wenders - Trailer zur Ausstellung
Wim Wenders - Trailer zur Ausstellung

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen: Wir haben Wim Wenders beim Ausstellungsaufbau begleitet.

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Video: Wim Wenders und Peter Lindbergh im Gespräch, moderiert von Jim Rakete

Wim Wenders, Foto: Donata Wenders
Wim Wenders, Foto: Donata Wenders

Mit Wim Wenders und Peter Lindbergh befinden sich zwei Meister ihres Fachs im Gespräch. Sie verbindet weit mehr als nur die Leidenschaft für die Fotografie. Beide suchen in ihrem Schaffen mediale Schnittpunkte und arbeiten in einer Welt zwischen Film und Fotografie. Doch während Wenders in seinem Werk vor allem die Faszination des Ortes einfängt, konzentrieren sich Lindberghs durch die Fashionwelt inspirierte Arbeiten auf den Menschen. An diesem Abend begegnen sich drei Künstler als Kollegen. Sie sprechen über Fotografie, Inspiration und die Bedeutung des Mediums. Eine Zusammenfassung des

Gesprächs können Sie sich auf vimeo ansehen.

"Places to remember"

Die Gewinner unseres Foto-Wettbewerbs stehen fest: Unter dem Motto „Places to remember“ veranstaltete das Museum Kunstpalast mit Unterstützung von Europas führendem Foto-Dienstleister CEWE einen Fotowettbewerb im Rahmen der Ausstellung „4 REAL & TRUE 2. Wim Wenders. Landschaften. Photographien.“ (18.4.–16.8.2015). Aus ca. 670 Einreichungen von 239 Teilnehmern prämierte die Jury 10 Fotos.

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