Weltklasse

Emanuel Leutze (1816–1868), Die Bernsteinkette, 1847
Emanuel Leutze (1816–1868), Die Bernsteinkette, 1847, Öl auf Leinwand, 91 x 77 cm, Museum und Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd

Die Düsseldorfer Malerschule 1819-1918

24.09.2011 – 22.01.2012

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Auswärtigen, Guido Westerwelle, und des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika, Philip D. Murphy.

In drei Galerien werden auf einer Ausstellungsfläche von 2300 qm bedeutende Kunstwerke aus dem eigenen Bestand sowie international renommierten Sammlungen gezeigt, die die Qualität und Vielfalt der Künstler rund um die Düsseldorfer Malerschule verdeutlichen.

Johan Fredrik Eckersberg (1822-1870), Brautfahrt auf dem Hardangerfjord, 1865
Johan Fredrik Eckersberg (1822-1870), Brautfahrt auf dem Hardangerfjord, 1865, Öl auf Leinwand, 112 x 163 cm, Nationalmuseum, Stockholm, Foto: © Nationalmuseum, Stockholm

Die internationale Ausstrahlung der Düsseldorfer Malerschule

Mit Blick auf mehrere Generationen zugereister Schüler und im Vergleich mit führenden Malerschulen in Europa und den USA (wie z. B. der Hudson River School) wird erstmals die internationale Ausstrahlung der Düsseldorfer Kunst im 19. und frühen 20. Jahrhundert aufgezeigt. Künstler aus aller Welt zog es an den Rhein, um an der Akademie zu studieren oder Privatunterricht zu nehmen, so etwa den Norweger Hans Frederik Gude, die Finnin Fanny Churberg, die deutschstämmigen  US-Amerikaner Emanuel Leutze und Albert Bierstadt, den Schweizer Arnold Böcklin oder den Russen Iwan Schischkin. Manche blieben nur einige Monate, andere blieben ein Leben lang und prägten das Düsseldorfer Kunstleben. Umgekehrt waren die deutschen Künstler empfänglich für internationale Impulse und arbeiteten bisweilen eng mit den Wahl-Düsseldorfern zusammen. Die internationalen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren grundlegend für die sich wandelnden Anforderungen an Kunst und Künstler. Die Lebens-, Arbeits- und Sozialformen, Aspekte der Vermarktung, Vereinsbildung und Vernetzung schlagen sich auch in den Bildern der Düsseldorfer Malerschule nieder.

Max Stern (1872–1940), Kaffeegarten auf dem Ananasberg, 1910
Max Stern (1872–1940), Kaffeegarten auf dem Ananasberg, 1910, Öl auf Leinwand, ca. 101 x 135 cm, Privatsammlung

Der Weg der Düsseldorfer Malerschule in die Moderne

In der Nachfolge des seit 1872 als Lehrer für Landschaftsmalerei an der Düsseldorfer Akademie tätigen Deutsch-Balten Eugen Dücker fand die Düsseldorfer Malerschule Ende des 19. Jahrhunderts den Weg in die Moderne. Die neue Generation der Düsseldorfer Malerschüler orientierte sich an der Haager Schule, aber zunehmend auch an französischen Vorbildern wie den Impressionisten. Mit dem 1909  von Künstlern, Sammlern und Kuratoren gegründeten „Sonderbund“ fand die moderne Bewegung in Düsseldorf ihren deutlichsten Ausdruck, was insbesondere die bedeutenden Ausstellungen dieser Vereinigung mit Beteiligung der europäischen Avantgarde demonstrieren.

Bertha Wegmann (1847-1926), Bildnis der Malerin Jeanna Bauck, 1881
Bertha Wegmann (1847-1926), Bildnis der Malerin Jeanna Bauck, 1881, Öl auf Leinwand, 106 x 85 cm, Nationalmuseum, Stockholm, Foto: © Nationalmuseum, Stockholm

Etwa 400 Ausstellungsstücke aus aller Welt

Unter den ca. 400 Exponaten wird nicht nur die Ölmalerei, sondern auch die Vielfalt der graphischen Produktion der Malerschule, von der Entwurfszeichnung bis zum illustrierten Buch, vorgestellt. Hinzu kommen Skulpturen, die den engen Zusammenhang der malerischen und bildhauerischen Produktion in Düsseldorf aufzeigen. Des Weiteren wird in der Ausstellung in einem Film die heute meist zerstörte Wandmalerei veranschaulicht. Neben dem umfangreichen eigenen Bestand ermöglichen zahlreiche hochkarätige Leihgaben aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen eine außergewöhnliche Gesamtschau der Düsseldorfer Malerschule und der Kunst des 19. Jahrhunderts. Wir freuen uns, bedeutende Werke wie Emanuel Leutzes „Eroberung des Teocalli Tempels durch Cortez und seine Truppen“ aus dem Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, Connecticut oder Paul Delaroches „Eduards Kinder“ aus dem Pariser Louvre in Düsseldorf zeigen zu können. Zu den Leihgebern zählen außerdem Institutionen wie die Alte Nationalgalerie (Berlin), die Staatliche Tretjakow Galerie in Moskau, die Staatliche Eremitage (St. Petersburg), das Nationalmuseum in Oslo, das Nationalmuseum Stockholm oder die Terra Foundation for American Art (Chicago). Ein facettenreiches Begleitprogramm zum Thema Düsseldorfer Malerschule in Kooperation mit verschiedenen Institutionen aus Düsseldorf und Umgebung ergänzt die Ausstellung.

Das Dokumentationszentrum Düsseldorfer Malerschule (DDM) befindet sich im Museum Kunstpalast. Es bietet vielfältige Informationen zu Künstlern und Werken der Düsseldorfer Malerschule. Seit 2000 wird es systematisch aufgebaut und ständig erweitert.

Charles Ferdinand Wimar (1828-1862), Entführung von Boones Tochter durch Indianer, 1855/56
Charles Ferdinand Wimar (1828-1862), Entführung von Boones Tochter durch Indianer, 1855/56, Öl auf Leinwand, 47,3 x 47,3 cm, Amon Carter Museum of American Art, Fort Worth, Texas, Foto: Amon Carter Museum of American Art, Fort Worth, Texas

Dokumentationszentrum Düsseldorfer Malerschule

Durch die systematische Erforschung der Werke der Düsseldorfer Malerschule durch themenbezogene Ausstellungen und die Herausgabe des dreibändigen Lexikons Düsseldorfer Malerschule zusammen mit der Galerie Paffrath (1997-98), hat sich das Museum Kunstpalast zu einem Kompetenzzentrums der Düsseldorfer Malerschule entwickelt. Seit über zehn Jahren wird auf dieser Basis in nicht digitaler Form ein Dokumentationszentrum zur Düsseldorfer Malerschule (DDM) aufgebaut, das von Wissenschaftlern und interessiertem Publikum regelmäßig genutzt wird.

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint im Michael Imhof Verlag ein zweibändiger Katalog, herausgegeben von Bettina Baumgärtel mit Texten von Valentina Anker, Frank Büttner, Wolfgang Cortjaens, Cordula Grewe, Ernst Haverkamp, Mai Levin, Hans Körner, Ekkehard Mai, Sabine Morgen, Birgit Verwiebe, Jochen Wierich u.a.

Der Katalog bietet erstmals einen repräsentativen Überblick über die Düsseldorfer Malerschule im internationalen Kontext von der Romantik bis zum Impressionismus. Der Essayband mit mehr als 25 Beiträgen von ausgewiesenen Experten aus verschiedenen Ländern beinhaltet zusätzlich die neuesten Forschungsergebnisse eines internationalen Symposiums, das im Januar 2011 im Museum Kunstpalast ausgerichtet wurde. Eine Chronik der Malerschule von 1819–1918, eine Auswahl kommentierter Quellentexte sowie Kurzbiografien und Bildnisse der ca. 230 Künstler aus 20 Ländern, eine Liste der internationalen Düsseldorfer Malerschüler sowie reiches Ver­gleichsmaterial machen die Publikation zu einem wichtigen Nachschlagewerk.

Ca. 784 Seiten, ca. 1165 Abbildungen (ISBN 978-3-86568-702-9)

Preis für beide Bände: 69€ 
Katalog bestellen.

Rheinisches Kunststättenheft Nr. 528
Die Orte der Düsseldorfer Malerschule – Spuren der Künstler in Düsseldorf, hrsg. v. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Texte v. Bettina Baumgärtel, Kathrin DuBois, Gabriele Ewenz, P. Elias H. Füllenbach OP, Dawn Leach, Christian Liedtke, Benedikt Mauer, Michael Puls, Nicole Roth, Sabine Schroyen, Inge Zacher.
Preis: 5,- €.

Hans Körner: "Unsichtbare Malerei" - Reflexion und Sentimentalität in Bildern der Düsseldorfer Malerschule
Kunst in Düsseldorf, Bd. 1
düsseldorf university press, ISBN 978-3-940671-82-0
200 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen
Preis: 19,80 €

Wir danken unseren Sponsoren und Partnern für die Unterstützung

SPONSOREN der Ausstellung
E.ON AG
Stadtsparkasse Düsseldorf  

Förderer
Stadtsparkasse Düsseldorf, Terra Foundation for American Art (Chicago)*; Kulturstiftung der Länder; Kunststiftung NRW; Kunststiftung Paffrath, Düsseldorf; Stiftung van Meeteren Düsseldorf; Galerie an der Börse, Düsseldorf sowie zahlreiche Privatpersonen

*Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Terra Foundation for American Art

The Terra Foundation for American Art is dedicated to fostering exploration, understanding and enjoyment of the visual arts of the United States for national and international audiences. Recognizing the importance of experiencing original works of art, the foundation provides opportunities for interaction and study, beginning with the presentation and growth of its own art collection in Chicago. To further cross-cultural dialogue on American art, the foundation supports and collaborates on innovative exhibitions, research and educational programs. Implicit in such activities is the belief that art has the potential both to distinguish cultures and to unite them.

Kulturpartner
WDR 3

Medienpartner
Biograph | Coolibri | Weltkunst

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Mobilitätspartner
Deutsche Bahn

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