SPOT ON 06

Monika Bartholomé, Arnulf Rainer, Clemens Weiss

SPOT ON ist der Titel einer seit 2008 bestehenden Ausstellungsreihe im Museum Kunstpalast, bei der im halbjährlichen Rhythmus in unterschiedlich inszenierten Projekträumen Werke oder auch Werkgruppen gezeigt werden, die es neu oder wieder zu entdecken gilt: zum Beispiel Neuerwerbungen für die Sammlung, neue Forschungsergebnisse oder auch Restaurierungserfolge.

Monika Bartholomé. Netsuke und andere Geschichten

Monika Bartholomé; o. T., 2010
Monika Bartholomé; o. T., 2010

Die Netsukesammlung des Museum Kunstpalast inspirierte die Künstlerin Monika Bartholomé (*1950, Niederrhein) sich in Zeichnungen und Filmclips mit den japanischen Miniaturschnitzereien auseinanderzusetzen. Im 18. und 19. Jahrhundert dienten die Netsuke als Knebel zum Befestigen von Beuteln und Täschchen (sagemono). Getragen am Bindegürtel des Kimonos entwickelten sich die Accessoires zu Statussymbolen aus teils edlen Materialien, wie Elfenbein. Das ‚alltägliche Leben’ lieferte die Vorlage für die Gürtelknebel, die durch ihre humorvolle, hintergründige Gestaltung bestechen. Ausgehend vom dreidimensionalen Objekt entwickelt Monika Bartholomé mit sparsamen Bleistiftlinien ein mehrdeutig-intuitives Geschehen, das zwischen den gezeichneten Figuren, dem tatsächlichen Netsuke und dem Betrachter ein intensives Beziehungsgeflecht entstehen lässt. Die Filmclips veranschaulichen in Echtzeit diesen Entstehungsprozess einer Zeichnung.

Arnulf Rainer

Arnulf Rainer; Rostrotbraune Übermalung, 1961, Öl auf Leinwand, 131 x 81 cm; © Arnulf Rainer
Arnulf Rainer; Rostrotbraune Übermalung, 1961, Öl auf Leinwand, 131 x 81 cm; © Arnulf Rainer

Der österreichische Künstler Arnulf Rainer (geb. 1929 in Baden bei Wien) ist in der Sammlung Museum Kunstpalast bislang mit zehn Werken vertreten. Dieser Bestand wächst nun anlässlich des Ankaufs eines weiteren Werks sowie zweier Werke aus der Schenkung Kemp auf insgesamt dreizehn Arbeiten. Gemeinsam mit diesen Arbeiten werden vier Fotographien von Nic Tenwiggenhorn, eine Porträtaufnahme, sowie drei Aufnahmen von Rainers Atelier in Enzenkirchen, die einen intimen Einblick in das Atelier des Künstlers und seine Arbeitsweise liefern, gezeigt. Das Oeuvre von Rainer zählt zu den radikalsten Positionen der Malerei unserer Zeit; mit seinen Übermalungen hat er immer wieder Grenzen des Mediums ausgelotet. Die Werkgruppe der Sammlung Museum Kunstpalast umfasst die wesentlichen Schaffensperioden des Künstlers seit den 1950er Jahren.

Clemens Weiss

Clemens Weiss; Arte millenaria sulle rocce alpine, 1986; Glas, Buch, Pass, Seife, Spinnen, Holz, Leim, 64 x 42 x 45 cm; Foto: Uwe Piper, Heinsberg
Clemens Weiss; Arte millenaria sulle rocce alpine, 1986; Glas, Buch, Pass, Seife, Spinnen, Holz, Leim, 64 x 42 x 45 cm; Foto: Uwe Piper, Heinsberg

Aus zusammengeleimtem recycleten Fensterglas schafft Clemens Weiss (geb. 1955 in Krefeld) eigentümliche Behausungen für seine Zeichnungen und Aufzeichnungen. Anders als gewöhnliche Kästen haben diese Skulpturen keine Öffnung, sie müssten zerstört werden, um an den Inhalt zu gelangen. Das durchsichtige Glas gibt einen Einblick und verwehrt doch den Zugriff. Die Zugänglichkeit von Kunst, sowohl im physischen wie im übertragenen Sinne wird hier zum Thema und regt zu neuen Sichtweisen auf die zeitgenössische Kunst an. Clemens Weiss lebt in New York City und in Mönchengladbach. Seine Arbeiten berühren drei der Schwerpunkte des Museums: Das Glasmuseum Hentrich, in dessen Wechselausstellungsraum die Ausstellung stattfinden wird, die Graphische Sammlung und natürlich die Abteilung Moderne Kunst.

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