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Julius Weiland. High Glide

29.11.2008-10.05.2009

 

Julius Weiland ist neben Kazue Taguchi der zweite Förderpreisträger des Wettbewerbs 2007 der Jutta Cuny-Franz Foundation. Der in Berlin arbeitende Künstler versteht sich als Bildhauer, auch wenn dieser Begriff für seine Arbeiten sicher nur bedingt zutrifft. Weiland schafft großformatige Objekte durch das Verschmelzen zahlloser Abschnitte industriell vorgefertigter Glasröhren. Hierfür benötigt er in einem ersten Arbeitsschritt eine feuerfeste Basisform – eine Art Model – die im Schmelzofen stabil bleibt, den Röhrchen Halt gibt und so ihr Zusammenschmelzen ermöglichst.

Das Ergebnis sind Objekte von erstaunlicher Variationsbreite, die Chaos und Ordnung thematisieren, in der seriellen Reihung Spannungen aufbauen oder unterschiedliche Ausdruckslagen produzieren können. Sie laden zur Berührung ein oder weisen sie ab, können die Oberfläche zum Träger von haptischem Ausdruck machen oder ihn optisch in die Tiefe des transparenten Körpers verlagern. Julius Weiland hat so eine unverwechselbare, ausgeprägt individuelle Art des Umgangs mit seinem Material entwickelt. Doch er beschränkt sich nicht auf dies eine Erfolgsmodell. Seine Neonarbeiten zeigen ihn von einer gänzlich anderen Seite, und die Plastiken in traditionellen Formschmelztechniken zeigen ihn als Bildhauer mit einer ausgeprägten Begabung für die einfache, ausdrucksstarke Form. In der Summe dieser unterschiedlichen Gestaltungslinien erweist sich Weiland als einer der vielseitigsten und talentiertesten Glaskünstler der jüngeren Generation.

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