Robert Hartmann

Der Einzige und sein Eigentum. 58 Arbeiten auf Papier zu Max Stirner

10.03.-20.05.2007

 

„Ich hab’ mein Sach’ auf Nichts gestellt“. Dieser zentrale Satz durchzieht eine der radikalsten je gedruckten philosophischen Schriften. Der Berliner Max Stirner attackierte in seinem Buch „Der Einzige und sein Eigentum“ (1845) alle Fundamente der Gesellschaft: Religion, Politik, Kultur und soziale Sitten. Er erntete Kritik aus allen Richtungen; Karl Marx und Friedrich Nietzsche setzten sich mit ihm auseinander. Ob er Anarchist zu nennen sei, ist umstritten. Über 150 Jahre später inspirierte Stirners Werk Robert Hartmann zu einer Folge von 58 großformatigen Farbzeichnungen. Hartmann zählt zu den geistreichsten und witzigsten Künstlern unserer Zeit. Er ist auch Mitglied der Künstlergruppe „Die Langheimer“, deren Gemeinschaftskunstwerke und Aktionen ihresgleichen suchen. Hartmanns „Stirner“-Zyklus bietet deshalb keine todernste philosophische Reflexion, sondern eine bildhafte, sinnliche und sprunghafte Annäherung an ein in der Lektüre sperriges Werk, das aber nicht nur für die Geschichte des Anarchismus wichtig ist, sondern auch für unsere Gegenwart fruchtbare Gedanken enthält.

Die Phantasie des Künstlers ist unerschöpflich, und der Anspielungsreichtum seiner Bilder enorm. Vom Tyrannosaurier bis zum Unterseeboot spannt sich der Bogen der Motive. Karikaturistische Strichmännchen, Vormenschen und Außerirdische bevölkern die Szenerien. Hartmann erfindet märchenhaft anmutende Bilder ohne Feen, Hexen und Wunderdinge. Robert Hartmann macht die Gestalt von Gedanken, Beziehungen und Gefühlen sichtbar – eine Art von psychischer Synästhesie. Mit ihr kommt er Stirners Ideen auf die Spur, die sich um die Form und Folgen einer ungehemmten und radikalen Egozentrik drehen. Warum Stirner? Robert Hartmann sagt, dass heute die Fragen der Kunst auf Herz und Nieren geprüft werden müssen: Was kann die Kunst, was kann sie bewirken? Er fragt mit Stirner, dem Systemzertrümmerer, an seiner Seite.

 

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