Die Kunst zu sammeln

Das 20./21. Jahrhundert in Düsseldorfer Privat- und Unternehmensbesitz

21.04.-22.07.2007

 

 

KANDINSKY • MALEWITSCH • LISSITZKY • DELAUNAY • KIRCHNER • MACKE • MÜNTER • NOLDE • BECKMANN • GROSZ • DIX • NAY • SCHULTZE • FONTANA • YVES KLEIN • BEUYS • STELLA • RICHTER • IMMENDORFF • POLKE • LÜPERTZ • TROCKEL • BECHER • GURSKY • SCHÜTTE • RAUCH • MEESE • GORDON .....

Die Kunstszene Düsseldorf wird geprägt von berühmten Künstlern, einer bedeutenden Kunstakademie, renommierten Galerien, international bekannten Museen. Aber auch die Sammler sind ein Motor des Kunstgeschehens in Düsseldorf. Viele von ihnen sammeln im Stillen und wollen nicht unbedingt in das Licht der Öffentlichkeit treten. Neben dem kalkulierenden Sammler mit Blick auf die Entwicklungen des Kunstmarkts, gibt es den leidenschaftlichen Sammler, der die Kunst in seinen Lebensmittelpunkt stellt. Sammeln erfolgt aus ganz unterschiedlichen Motivationen. Umso aufschlussreicher ist es, einen Blick hinter die verschlossenen Türen von Sammlungen zu werfen. Mehr als 50 Privat- und 20 Unternehmenssammlungen aus dem Düsseldorfer Raum beteiligen sich mit etwa 350 Gemälden, Skulpturen, Graphiken und Fotoarbeiten an der Ausstellung „Die Kunst zu sammeln“, die von Dr. Christoph Danelzik-Brüggemann, Barbara Til, Miriam von Gehren und Dr. Stephan von Wiese kuratiert wurde.

„Dank der Offenheit und Großzügigkeit der privaten Sammlerinnen und Sammler und der in den Firmen und Unternehmen für die Kunst Verantwortlichen konnte eine Ausstellung zusammengestellt werden, die einem „Musée imaginaire“, wenn nicht einem „Musée idéal“ entspricht. So wird für den Besucher anhand der ausgestellten Werke deutlich, wie sich die in Düsseldorf entstandene Kunst mit den internationalen Kunstentwicklungen austauschte.“ (Beat Wismer, Generaldirektor museum kunst palast)

Die Ausstellung führt Werke aus Privat- und Firmensammlungen zusammen und ist mit einigen wenigen exemplarischen Ausnahmen nach Themen aufgebaut. Im Fokus stehen Werke des Expressionismus, des Jungen Rheinland, des Informel, der ZERO-Bewegung bis hin zu den aktuellen Positionen in Malerei, Fotografie und Skulptur. Beuys und sein Umkreis bilden ebenso einen Themenkomplex wie die neuen malerischen Positionen ausgehend von Gerhard Richter, Sigmar Polke, Markus Lüpertz, Jörg Immendorff oder die Fotografen der Becher-Schule. Daneben gibt es Exkurse ins internationale Kunstgeschehen: Russischer Konstruktivismus, Fluxus, Arte Povera, Minimal Art und Konzeptkunst sind mit Sammlungskomplexen vertreten, aber auch junge, zeitgenössischen Künstler bringen lebendige Akzente in die Schau. Erkundet wurden neben Unternehmenssammlungen private Sammlungen meist mittlerer und kleinerer Dimension.

Die privaten Sammlungen gaben Impulse an Unternehmenssammlungen, die in den letzten Jahrzehnten zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur wurden. Auf Vorreiterfirmen wie Henkel, Deutsche Bank, WestLB oder Stadtsparkasse sind im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Unternehmen gefolgt, sei es E.ON, Victoria Versicherungen, IKB, Ernst & Young, Provinzial Rheinland Versicherungen, Bankhaus Oppenheim, Stadtwerke oder Metro Group, die zusätzlich zu ihrer eigenen Sammlung in den 1990er Jahren von der Firma Horten deren Stiftung Skulpturenpark übernahm und neu ausrichtete.

Darüber hinaus widmet die Ausstellung einzelnen beispielhaften Sammlerpersönlichkeiten eigene Raumbereiche. So wird z. B. Axel Haubrok Werke aus seiner Sammlung zum Thema Krieg und Vertreibung zeigen. Im Fokus dieser explizit politisch ausgerichteten Inszenierung steht der „F 16 Bomber“ von Christoph Büchel, eine Originalattrappe der US Army, das größte Werk der gesamten Ausstellung. Jürgen H. Meyers Fluxus-Sammlung behält ihren persönlich geprägten Charakter bei und wird mit ausgewählten Werken 1 : 1 direkt aus den Privaträumen des Sammlers in das Museum transloziert.

Bei Willi Kemp richtet sich der Blick auf einen bestimmten Schwerpunkt seiner Sammlung: Werke von Karl Buchheister und Karl Otto Götz stehen hier im Mittelpunkt. Dem Phänomen „Künstler als Sammler“ gibt Thomas Schütte in einem von ihm eingerichteten Raum Gestalt. Der Düsseldorfer Bildhauer, der bereits früh Werke seiner Kollegen erwarb, präsentiert in einer von ihm kuratierten Inszenierung Teile dieser Sammlung.

Für die Ausstellung haben vierzehn Düsseldorfer Kunstakademie-Studenten aus der Fotoklasse von Benjamin Katz die Werke in dem vorgefundenen Raumkontext – im Privathaus oder Unternehmen – fotografisch dokumentiert. Diese künstlerischen Momentaufnahmen ausgewählter Sammlungen werden auch im Ausstellungskatalog präsentiert und stammen von Daniel Amornvuttkul, Timo Burgmeier, Sabine Dusend + Dominic Osterried, Johannes Döring, Jonas Gerhard, Katharina Greven, Hye-Mi Kim, Christiane Kues, Veronika Peddinghaus, Sebastian Riemer, Juergen Staack, Melanie Stegemann, Christoph Westermeier, Rebecca Zeller.

 

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