SCHNEIDER FRANCE

Kunstglas des Art Déco und der 1950er Jahre

02.12.2006-18.03.2007

Das Glasmuseum Hentrich verfügt aus eigenem Bestand und aus Leihgaben von Ursula und Michael Kiffe über die umfassendste Sammlung von Gläsern der Manufaktur Schneider, die zu den profiliertesten Glasmanufakturen des Art Déco zählt und für diese Epoche den Gegenpol zur Großserienproduktion René Laliques bildet. Die Ausstellung zeigt eine hochrangige Auswahl der von Charles Schneider entworfenen beiden Produktionslinien der Firma. Als nahezu revolutionär wurden von den Zeitgenossen die in kontrastierenden Farben und formal oft ans Bizarre grenzenden Formen gestalteten Gläser gesehen, die meist unmittelbar am Ofen fertig und nur mit dem Namen Schneider signiert wurden. Ähnlich erfolgreich, wenn auch weniger zukunftsweisend, war die mit der Bezeichnung „Le Verre Français“ oder „Charder“ signierte Linie, die ihre Wirkung geätzten Dekoren in zeitgemäßer Stilisierung verdankte.

Weniger bekannt als die umfangreiche Produktion der 20er Jahre sind die Gläser, die in den 50er und 60er Jahren nach Entwürfen Robert Henri Schneiders, des jüngeren Sohns von Charles Schneider, entstanden. Robert Henri Schneider arbeitete für die 1946 in Epinay-sur-Seine von Charles Schneider jr. neu gegründeten Cristallerie Schneider, die 1962 Ihren Standort nach Lorris/Loiret verlegte. Die Cristallerie war völlig unabhängig von den seit 1931 in kontinuierlichen Schwierigkeiten befindlichen und 1938 in Konkurs gegangenen Verreries Schneider. Die Gläser der neuen Hütte verzichten fast ganz auf die Verwendung von Farbglas und sind durch einen kraftvoll skulpturalen Stil gekennzeichnet. Der dem Glasmuseum Hentrich seit langem eng verbundene Pariser Sammler Barlach Heuer hat eine größere Gruppe dieser Gläser erwerben können. Sie werden erstmals in der Ausstellung gezeigt.

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