Körper auf Papier

100 Zeichnungen aus fünf Jahrhunderten

09.09.2006-12.11.2006

Der menschliche Körper zeigt sich in der europäischen Kunst bis zum frühen 20. Jahrhundert als Ausdrucksmittel und Projektionsfläche für ein weites Spektrum der unterschiedlichsten seelisch-körperlichen Bewegtheiten. Ausgehend von den Ausdrucksmöglichkeiten der antiken Kunst, deren Gebärdensprache die Künstler seit der Renaissance mit großer Hingabe studiert, kopiert und sodann dynamisiert aufgeladen haben, reichen die Beispiele in der Ausstellung von verhaltenen und zurückgenommenen Äußerungen in Mimik und Gestik bis hin zu einer gesteigerten Präsenz des Leibes im Raum mit einer ausdrücklichen Wirkkraft.

Als Ausgangspunkt bietet sich der Blick auf den Körper in seinen Teilen, so wie er seit dem 16. Jahrhundert überwiegend in Italien stets von neuem studiert wurde. Hier lässt sich der spezielle Bereich des sezierten Körpers mit seinen Anatomiestudien anschließen, sowie der Körper in seiner natürlichen Nacktheit und der verhüllte Körper. Auch Wachsen und Verfall ist festgehalten als kindlicher beziehungsweise alter Körper.

Thematisch-inhaltlich lassen sich die Beispiele breit fächern und entfalten ein vielschichtiges Bild menschlicher Affekte mit Themen von Zorn und Agressivität, Zuneigung und Mitgefühl, Schlaf und Tod, aber auch Desperationsgesten, die sich wechselseitig sowohl als Ausdruck der Verzweiflung als auch als Zeichen des Gebetes deuten lassen. Der herkulische Körper mit seiner leidenschaftlich angespannten Energie klingt ebenso an wie das ausgelassen Bukolische oder die Erotik. Nicht zuletzt fanden abstrakte Begriffe wie „Harmonie“, „Hoffnung“ oder „Rhetorik“ ihre „Verkörperung“ in der menschlichen Gestalt. In der Ausstellung sind zahlreiche namhafte Künstler der Niederlande, Frankreichs, Deutschlands und Italiens vertreten, wie Peter Paul Rubens, Jacob Jordaens, Charles Joseph Natoire, Simon Vouet, Hans von Aachen, Carl Loth, Antonio Pollaiuolo, Filippino Lippi, Annibale Carracci, Giovanni Barbieri, gen. Guercino, Gianlorenzo Bernini und Carlo Maratta.

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