Joseph Beuys in Aktion. Heilkräfte der Kunst

Hommage zum 20. Todestag

21.01.2006-19.03.2006

Am 23. Januar 2006 jährt sich zum 20. Mal der Todestag von Joseph Beuys. Das museum kunst palast ruft das Werk und die Person des Künstlers mit zwei getrennten, aber doch eng miteinander verbundenen Ausstellungskapiteln in Erinnerung. Mit dem ersten Teil der Ausstellung wird das Thema „Beuys und die Medizin“ in den Vordergrund gestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit mit dem Medizinhistoriker Axel Hinrich Murken, dessen gleichnamiges Buch – im Design eines Arztkoffers – im Jahr 1979 erschien und die erste wissenschaftliche Ausstellung mit der Gedankenwelt von Beuys in Buchform darstellte. Das Buch wurde sowohl im Abbildungsteil wie im Textteil in enger Abstimmung zwischen dem Mediziner und dem Künstler hergestellt. Schon diese Entstehungsgeschichte, die die Ausstellung revitalisiert, ist eine instruktive Aktion. Die naturwissenschaftlichen Bezüge im Werk, die Relikte aus der Welt der Heilkunde, die Vorläufer in der Geistesgeschichte der Romantik, die parallel zur Natur verlaufende Kunstwelt werden beschrieben und analysiert: Joseph Beuys, der bildende Künstler, so wird deutlich war immer auch Experimentator und Naturforscher. Neben der Geschichte des Buchs wird dabei auch die kleine, akzentuierte private Beuys-Sammlung von Murken erstmals präsentiert.

Der zweite Teil der Ausstellung zeigt Beuys in Aktion, wie ihn fotografierende Künstlerfreunde mit ihrem eigenen Blick festgehalten haben. Dichte Fotosequenzen werden miteinander konfrontiert, etwa die Fotografien der Freitagsaktion in Spoerris Restaurant am Burgplatz durch Bernd Jansen , die Widerspiegelung des ersten Wirkungstages von Beuys an als Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie durch Hildegard Weber, Beuys im Kreise seiner Studenten gesehen durch Ute Klophaus. Giancarlo Gorgoni hat Beuys auf der Fahrt zu seiner Ausstellung im Van Abbe Museum in Eindhoven in einer merkwürdigen, schamanischen Aktion in den Sümpfen des Niederrheins festgehalten, Lothar Wolleh hat den Aufbau der Einzelausstellung im Moderna Museet Stockholm für ein geplantes „Unterwasserbuch“, das auf Folien gedruckt, aber nicht vollendet wurde, eindringlich fotografiert, Caroline Tisdall schließlich hat die New Yorker Aktion mit einem Kojoten auf Fotos gebannt. Es schließt sich ein fotografischer Kreis, der jene Heilkraft der Kunst, um die es Joseph Beuys in ganzheitlichem Denken immer ging, bildhaft werden lässt.

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