Caravaggio

Auf den Spuren eines Genies

09.09.2006-07.01.2007

Die Düsseldorfer Ausstellung ist in sechs Themenbereiche gegliedert, darunter „Schauspiele der Sinne“, „Der leibhaftige Christus“ und „Folter und Martyrium“. Den Auftakt bilden die frühen sinnenfrohen Gemälde, die Caravaggio in den ersten Jahren nach seiner Ankunft in Rom malte. Nachdem ihm für die Darstellungen Früchte schälender oder musizierender Knaben anmutige Jünglinge als Modelle dienten, wählte er für das Gemälde „Martha tadelt Magdalena“ erstmals weibliche Vorbilder: Der Legende zufolge stand ihm für die von den Symbolen ihrer sündhaften Eitelkeit umgebenen Heiligen Magdalena eine römische Kurtisane Modell. Zu den spannungsreichen, kurz nach 1600 entstandenen Kompositionen, die die Erscheinung Christi zum Thema haben, gehört u.a. „Die Gefangennahme Christi“, die den Moment des Verrats Christi dramatisch in Szene setzt. Ebenso unmittelbar und von starker körperlicher Präsenz erscheinen die nahsichtig dargestellten Heiligenfiguren, so „Der büßende heilige Hieronymus“. Wie in zahlreichen anderen Gemälden Caravaggios erinnern hier die Unterschiede im Inkarnart des Eremiten – den sonnengebräunten Händen im Gegensatz zu seinem blassen Oberkörper – an das Malen vor dem Modell. Dieser Eindruck wird durch den ungestalteten, die Wand des Ateliers evozierenden Hintergrund gesteigert.

Wie unterschiedlich Caravaggio ein und dasselbe Motiv zur bildlichen Darstellung brachte, lässt sich anhand seiner Gemälde mit „Johannes dem Täufer“ verfolgen, ein Thema, das er so häufig wie kein anderes variierte. Den Abschluss der Ausstellung bilden effektvoll inszenierte Marterszenen und biblische Dramen, wie David mit dem abgeschlagenen Haupt des Goliath, dem der Künstler seine eigenen Züge verlieh.  

 

 

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