SARKIS – DIE 148 IKONAS

 

 

20.11.2004-09.01.2005

 

 

Selten gewährt der armenisch-türkische Künstler Sarkis Einblick in einen sehr privaten Bereich seines Schaffens: Die IKONAS. Erstmals in Deutschland werden nun im museum kunst palast 148 dieser außergewöhnlichen Arbeiten in einer nur von außen einsehbaren Holzkonstruktion gezeigt. Sarkis’ IKONAS sind keine Kultbilder im traditionellen Sinne, sondern zarte Aquarelle, Zeichnungen und Collagen, die oftmals mit anderen Materialien wie Wachs, Fotografien oder Stoff kombiniert sind. Die seit 1985 entstandenen Arbeiten ähneln Tagebuchnotizen: Sie spiegeln persönliche Erlebnisse und Gedanken wider. Ein besonderer Reiz der IKONAS besteht im Zusammenspiel der fein ausgeführten Aquarelle mit ihren sorgfältig ausgewählten Rahmungen, die im spannungsvollen Bezug zueinander stehen. Die formal sehr unterschiedlichen Rahmen, die Sarkis vorwiegend in seiner Geburtsstadt Istanbul und im Elsass erwirbt, dienen als Inspirationsquelle für seine Bilder. Jeder Rahmen bestimmt die Größe und Gestaltung des Bildes, das in seinem Inneren entsteht.

Im Gegensatz zu den handwerklich aufwändig gearbeiteten Rahmen, die aus verschiedenen Epochen und Kulturen stammen, ist das Bild selbst sehr reduziert. In seiner Zurückgenommenheit gewinnt es an spiritueller Kraft.

Bei der Herstellung der IKONAS ist es Sarkis wichtig, dass diese ihren überaus fragilen Charakter bewahren. Dementsprechend präsentiert er sie im dunklen Ausstellungsraum in einer raumgroßen, von innen erleuchteten Holzarchitektur, die nur von außen durch kleine Fenster einzusehen ist. So kann man die Bilder lediglich aus einer gewissen Distanz betrachten, die keinen direkten Kontakt zulässt. Insofern ist die Inszenierung von Sarkis’ IKONAS mit den großen Bilderwänden orthodoxer Sakralräume, den sogenannten Ikonostasen, vergleichbar.

 

 

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